Kurzinformation:
Wuchs: Ein stattlicher Baum, der 15 bis 25 Meter hoch werden kann und eine recht lockere Krone bildet.
Rinde: Sehr auffällig! In der Jugend glatt und glänzend rotbraun mit quer verlaufenden Streifen (Korkporen). Später löst sich die Rinde oft in dünnen, waagerechten Streifen ringförmig ab – das nennt man „Ringelborke“.
Blätter: Oval bis eiförmig, am Rand scharf gezackt. Ein super Erkennungsmerkmal: Am oberen Ende des Blattstiels sitzen zwei kleine, auffällige rote Drüsenpunkte. Im Herbst färben sich die Blätter leuchtend feurig-rot.
Blüten: Schneeweisse, lang gestielte Blüten, die im April und Mai in kleinen Büscheln zu zweit bis fünft zusammenstehen. Sie blühen genau zur gleichen Zeit, in der auch die Blätter austreiben.
Früchte: Die wilden Kirschen – kleine (ca. 1 cm grosse), kugelige Steinfrüchte, die sich im Sommer von grün über rot bis hin zu tiefschwarz färben. Sie schmecken oft etwas bitter.
Lieblingsort: Liebt sonnige bis halbschattige, lichte Plätze auf nährstoffreichen, tiefgründigen und mässig feuchten Waldböden.
Schon gewusst?
Die Vogelkirsche gehört zur Familie der Rosengewächse und ist die stolze wilde Urform all unserer süssen Garten-Kirschen. Ihr botanischer Name Prunus avium bedeutet übersetzt so viel wie „Vogel-Kirsche“ – und dieser Name ist absolut Programm.
Wenn du im Frühling durch den noch recht kahlen Wald spazierst und plötzlich einen Baum siehst, der wie eine weisse Wolke leuchtet und von Bienen umschwärmt wird, stehst du fast immer vor einer Vogelkirsche. Weil sie so früh im Jahr und so unglaublich üppig blüht, spendiert sie den aufwachenden Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen die allererste grosse Zuckerdosis der Saison in Form von süssem Nektar.
Im Sommer reifen dann die kleinen Wildkirschen heran. Für uns Menschen sind sie meistens etwas zu sauer oder bitter, aber für die Tierwelt sind sie ein absoluter Hauptgewinn. Vögel wie Stare, Amseln und Kernbeisser, aber auch Siebenschläfer und Füchse lieben die Früchte über alles. Und genau das ist der geniale Plan des Baumes: Die Tiere fressen die Kirschen samt dem harten Holzkern auf. Während das Fruchtfleisch verdaut wird, wandert der geschützte Kern durch den Magen und wird irgendwo anders im Wald wieder ausgeschieden. So lassen die Vögel als fliegende Gärtner überall neue Kirschbäume wachsen!
