Kurzinformation:
Wuchs: Ein sommergrüner, oft mehrstämmiger grosser Strauch oder kleiner Baum, der 2 bis 10 Meter (selten bis 15 Meter) hoch wird. Sie wächst in den ersten Jahren extrem schnell.
Rinde: In der Jugend glatt und graugrün mit rautenförmigen Korkporen. Im Alter wird sie dunkelgrau und bekommt Längsrisse.
Blätter: Breit-oval bis eiförmig, am Rand unregelmässig gewellt oder gezähnt. Die Oberseite ist mattgrün, die Unterseite ist dicht graufilzig behaart und hat deutlich tastbare Nerven.
Blüten: Die berühmten Weidenkätzchen! Sie blühen von März bis April, noch weit vor dem Blattaustrieb. Die Salweide ist zweihäusig: Es gibt reine Jungs-Pflanzen (mit dicken, eiförmigen, pelzigen Kätzchen, die später durch den Blütenstaub leuchtend gelb werden) und reine Mädchen-Pflanzen (mit schlankeren, grünlichen Kätzchen).
Früchte: Im Mai entstehen kleine, grüne Kapseln. Wenn sie aufplatzen, kommen winzige Samen zum Vorschein, die an langen, seidigen Haaren hängen und wie Wolle aussehen.
Lieblingsort: Liebt sonnige bis halbschattige Plätze auf frischen, mässig nährstoffreichen Böden. Sie wächst oft an Waldrändern, auf Lichtungen oder Schuttplätzen.
Schon gewusst? Die Salweide gehört zur Familie der Weidengewächse. Ihr botanischer Name Salix caprea leitet sich vom lateinischen Wort für Ziege (capra) ab – wohl weil Ziegen unglaublich gerne an ihren nahrhaften Blättern und Zweigen knabbern.
Sie ist die wichtigste „Frühlingstankstelle“ unseres Waldes. Wenn im März die Hummelköniginnen, Honigbienen und ersten Schmetterlinge aus dem Winterschlaf erwachen, finden sie in der Natur fast noch keine Nahrung – ausser bei den blühenden Weidenkätzchen der Salweide, die voller süssem Nektar und nahrhaften Pollen stecken. Der weiche, silbrige Seidenhaarpelz der Kätzchen ist übrigens kein Modetrend, sondern eine geniale Heizung: Er fängt die Sonnenstrahlen ein und schützt die empfindlichen Blüten im Inneren vor dem eisigen Spätfrost.
Die Salweide ist zudem eine echte Pionierpflanze. Ihre winzigen Samen besitzen feine Haarschöpfe und fliegen wie Mini-Fallschirme kilometerweit durch die Luft. Sobald im Wald durch einen Sturm eine Freifläche entsteht, landet der Samen dort und wächst rasant schnell heran, um den kahlen Boden zu schützen und zu stabilisieren. Ausserdem ist sie eine absolute Lebensretterin für die Insektenwelt: Über 90 Schmetterlingsarten nutzen die Salweide als Futterpflanze für ihre Raupen!
